Nosoden sind spezielle homöopathische Arzneimittel, die aus Ausgangsstoffen tierischer, pflanzlicher oder mikrobieller Herkunft hergestellt werden. Der Begriff „Nosode“ leitet sich vom griechischen Wort nosos ab, was „Krankheit“ bedeutet. Charakteristisch für Nosoden ist, dass sie aus pathologischem Material – beispielsweise Gewebe, Sekreten oder Krankheitsprodukten – gewonnen werden, das anschließend in einem mehrstufigen Verfahren potenziert und verarbeitet wird. Durch die homöopathische Aufbereitung wird das Ausgangsmaterial so stark verdünnt und verschüttelt, dass es keine nachweisbaren Mengen der ursprünglichen Substanz mehr enthält.
In der Homöopathie gelten Nosoden als eine besondere Form der Arzneimittel, die sich von klassischen homöopathischen Mitteln unterscheiden. Während herkömmliche homöopathische Präparate oft aus gesunden Pflanzen oder Mineralien stammen, werden Nosoden aus Substanzen gewonnen, die im Zusammenhang mit Krankheiten stehen. Bekannte Beispiele sind Bakteriennosoden, Viren-Nosoden oder Plazentanosoden. Letztere werden aus Gewebe der Plazenta hergestellt und zählen zu den sogenannten Mutter-Kind-Nosoden.
Die Herstellung erfolgt nach den Vorschriften des Homöopathischen Arzneibuchs (HAB). Dabei wird das Ausgangsmaterial zunächst sterilisiert oder anderweitig aufbereitet, um es für die weitere Verarbeitung sicher zu machen. Anschließend folgen die typischen Potenzierungsschritte – eine Kombination aus Verdünnung und Verschüttelung –, wie sie in der Homöopathie üblich sind.
Nosoden werden in verschiedenen Potenzen angeboten, beispielsweise D-, C- oder Q-Potenzen. Die Auswahl der Potenz und die Anwendung erfolgen in der Regel nach den Grundprinzipien der Homöopathie und können individuell variieren.
Synonyme oder verwandte Begriffe sind unter anderem „homöopathische Krankheitsarznei“, „isopathisches Arzneimittel“ oder „Krankheitsnosode“. In der isopathischen Anwendung werden Nosoden genutzt, um eine Substanz, die aus krankheitsrelevantem Material stammt, in potenzierter Form wieder dem Organismus zuzuführen.
Nosoden sind in Deutschland apothekenpflichtig. Das bedeutet, sie dürfen ausschließlich über Apotheken abgegeben werden, die zur Herstellung und Abgabe berechtigt sind. Spezialisierte Apotheken bieten häufig auch die Anfertigung individueller Nosoden an, die auf spezifische Ausgangsmaterialien zurückgehen.
Aufgrund ihrer besonderen Herstellungsweise und Herkunft nehmen Nosoden eine spezielle Stellung innerhalb der homöopathischen Arzneimittel ein. Sie sind Teil einer langen Tradition in der Homöopathie und werden bis heute in unterschiedlichen Bereichen verwendet.