Die Nabelschnur ist eine flexible, etwa 50 bis 60 Zentimeter lange Verbindung zwischen dem ungeborenen Kind und der Plazenta. Sie bildet sich in den frühen Wochen der Schwangerschaft und erfüllt eine zentrale Funktion für die Versorgung des Fötus. Über die Nabelschnur gelangen Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut der Mutter über die Plazenta zum Kind, während Abfallstoffe in die entgegengesetzte Richtung transportiert werden.
Die Nabelschnur besteht aus drei Blutgefäßen: zwei Nabelarterien und einer Nabelvene. Die Nabelarterien transportieren sauerstoffarmes Blut vom Kind zur Plazenta, während die Nabelvene sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zum Kind führt. Umgeben sind diese Gefäße von einer gallertigen Substanz, dem sogenannten Wharton-Sulze, die als Polster wirkt und die Blutgefäße vor Abknicken oder Druck schützt.
Die Nabelschnur ist von einer dünnen Membran, dem Amnion, umhüllt. Ihre Elastizität und Beweglichkeit ermöglichen es dem Kind, sich im Fruchtwasser zu bewegen, ohne dass die Versorgung unterbrochen wird. In manchen Fällen können sich jedoch Komplikationen ergeben, beispielsweise ein Nabelschnurknoten oder eine Umschlingung um Körperteile des Kindes. Diese Situationen werden während der Schwangerschaft und Geburt medizinisch überwacht.
Nach der Geburt wird die Nabelschnur durchtrennt, ein Vorgang, der üblicherweise wenige Minuten nach dem Abnabeln des Kindes erfolgt. Der am Kind verbleibende Nabelschnurrest trocknet ein und fällt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Zurück bleibt der Bauchnabel als sichtbare Narbe.
Synonyme für die Nabelschnur sind unter anderem „Umbilicalis“ (medizinischer Fachbegriff) oder „Nabelstrang“. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der fetalen Entwicklung und wird in manchen Fällen auch als Ausgangsmaterial für medizinische oder homöopathische Präparate, wie bestimmte Mutter-Kind-Nosoden, verwendet.
Die Nabelschnur erfüllt somit eine doppelte Rolle: Sie ist ein zentrales Versorgungsorgan während der Schwangerschaft und zugleich ein Symbol für die Verbindung zwischen Mutter und Kind. Ihre Struktur und Funktion sind einzigartig und spielen eine entscheidende Rolle für eine gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes.